Blog und Ratgeber

Haftpflichtversicherung

 

Warum sollte ich eine Haftpflichtversicherung abschließen?

 

Spätestens wenn man sich zum ersten Mal selbst versichern muss, macht man sich Gedanken, welche Versicherungen denn nötig sind und welche nicht. Diese Frage darf man in den meisten Fällen auch für sich selbst beantworten, da es in Deutschland nur wenige Pflichtversicherungen gibt (z. B. Krankenversicherungspflicht, KFZ-Haftpflichtversicherung, Jagdhaftpflichtversicherung), bei denen sich die Frage nach dem „ob“ gar nicht erst stellt. Recherchiert man nach den „wichtigen“ Versicherungen, stolpert man sehr schnell über den Begriff der privaten Haftpflichtversicherung. Aber warum?

Die rechtliche Grundlage der Haftpflichtversicherung findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch, genauer im § 823 BGB, der die Schadenersatzpflicht regelt. Dieser besagt in einfachen Worten, dass derjenige, der einen anderen schädigt, verpflichtet ist, ihm diesen Schaden wieder gutzumachen.


"Die Haftpflicht in der Prioritätenliste so weit oben zu haben, erscheint deshalb auf den ersten Blick so, als würde der deutsche Staatsbürger an allererster Stelle an seine Mitmenschen denken."

Das ist löblich und sozial, allerdings steckt auch ein zweiter Gedanke hinter dieser Absicherung - nämlich die Absicherung des eigenen Geldbeutels. Denn durch die Verpflichtung der Schadensersatzleistung musst du im Schadensfall für diese Schäden in unbegrenzter Höhe aufkommen.
 

Versicherte Schäden und Gefahren

Die Schäden, die auftreten können, werden klassischerweise in drei Gruppen eingeteilt: Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Zur Klärung dieser Begrifflichkeiten folgen nun eine bildliche Herangehensweise und eine durchaus übliche Situation aus dem Leben.

Stellen wir uns einerseits einen Fallschirmsprung vor: Das wichtigste Stück, dass du bei einem solchen Sprung mit dir führen solltest, ist der Fallschirm an sich, denn dieser entscheidet über Leben und Tod. Das zweitwichtigste, das du nicht vergessen solltest, ist eine Schutzbrille, denn Wind und ggf. Insekten können den Sprung zu einem Blindflug und damit auch sehr gefährlich machen. Zu guter Letzt solltest du geeignete Kleidung tragen, um nicht zu frieren oder dir sonstige Blessuren zuzulegen.

Andererseits denken wir an eine typische Verkehrssituation, bei der alle genannten Schadengruppen zum Tragen kommen: Ein Fußgänger hört Musik und möchte über die Straße laufen. Dabei übersieht er einen Taxifahrer, der diese Straße gerade befährt. Dieser weicht dem Fußgänger aus, kommt in den Gegenverkehr und prallt gegen ein weiteres Fahrzeug. Es entstehen die genannten drei Schäden: Der Personenschaden entsteht dem Taxifahrer, der sich eine Querschnittslähmung zu zieht, von nun an seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann und Betreuung benötigt. Der Sachschaden liegt bei den beiden beschädigten Fahrzeugen. Der Vermögensschaden ergibt sich, weil das Taxi für vier Tage außer Gefecht ist und keinen Umsatz mehr generieren kann.

Wie der Fallschirm ist es fast überlebenswichtig, dass der Personenschaden abgesichert ist, denn die signifikanten Zahlungen an den Taxifahrer werden so lange zu zahlen sein, wie dieser noch lebt. Die einen Blindflug verhindernde Brille ist dem Sachschaden an den Fahrzeugen gleichzusetzen. Ohne die Absicherung wäre zur Deckung des Schadens ein womöglich hoher Schaden zu begleichen, der je nach finanzieller Situation auch zu Darlehen führen kann. Durch die Vermögensschäden bleiben kleine Blessuren, die zwar schnell zu beherrschen wären, aber ärgerlich sind.

Hier sieht man, warum die Privathaftpflichtversicherung so wichtig ist, denn du kannst als ein Mensch eben nur einmal auf die Arbeit gehen und ein entsprechendes Gehalt beziehen. Bist du einem anderen Menschen sein Gehalt schuldig, geht die Rechnung nicht auf. Dein Leben würde sich ebenfalls komplett ändern. Kleine Sachschäden wie das Herunterfallen eines Smartphones sind als Sachschäden mitversichert, würden aber niemals erklären, warum die Privathaftpflicht die Wichtigste der Versicherungen sein soll. Vermögensschäden kommen im privaten Bereich kaum zum Tragen.
 

Wie vergleiche ich unterschiedliche Haftpflichtangebote?

Da die Grundgefahren die Grundlage einer jeden Haftpflichtversicherung sind, gilt es, das Kleingedruckte, also die Klauseln genauer zu vergleichen. Denn Haftpflichtversicherung ist nicht immer gleich Haftpflichtversicherung. Es gibt einige Klauseln, die über die klassische Definition der Personen-, Sach- und Vermögensschäden aus bestimmten Gründen nicht mitversichert sind, aber dennoch wichtig sein können. Daher achte auf folgende Klauseln:

 

  • Zum einen Schäden aufgrund von Schlüsselverlust, denn verliert man den Schlüssel seines Arbeitgebers, wobei sich dieser durch die Abwesenheit des Schlüssels so unsicher fühlt, dass er alle Schlösser austauschen lässt, kann schnell eine hohe Summe auf dich zukommen.
  • Zum anderen macht es oftmals Sinn, sich über den Einschluss von sogenannten Gefälligkeitshandlungen Gedanken zu machen. Diese stehen für alle Taten, bei welchen du jemandem einen Gefallen tust. Zum Beispiel hilfst du jemandem beim Umzug und dabei geht etwas zu Bruch. Meistens hilft man Menschen, die man mag. Deshalb will man auch deren Schaden bezahlt wissen.
  • Von vielen Versicherern im Rahmen der Privathaftpflicht ausgeschlossen sind zudem die sogenannten Mietsachschäden, also Beschädigungen von Sachen, die du gemietet oder dir geliehen hast. Gerade für Mieter ist diese Absicherung sehr interessant, denn wenn das Waschbecken der Mietwohnung beschädigt wird, ist dies stets ein Mietsachschaden, es sei denn, du hast das Waschbecken selbst eingebracht.
  • Eine weitere Klausel, die hier erwähnt werden sollte, ist die sogenannte Forderungsausfalldeckung. Hierbei handelt es sich um Schäden, die ausnahmsweise nicht du anderen zuführst (das ist ja schließlich der Grundgedanke der Haftpflicht), sondern Schäden, die dir von anderen zugefügt werden. Ist der Schädigende nicht auffindbar oder hat dieser selbst kein Geld (einem Nackten kann man nicht in die Tasche greifen), hast du an diesen eine Forderung, die dir ausfällt. Die Forderungsausfalldeckung zahlt also in diesem Fall den dir zugefügten Schaden. Dies ist nur ein kurzer Abriss der häufig anzutreffenden Klauseln. Sicherlich gibt es noch weitere, die für einen Abschluss wichtig sein können.
 

Nützliches Wissen

Wusstest du, dass durch die Haftpflicht ebenfalls ein sogenannter passiver Rechtsschutz besteht? Durch die Tatsache, dass eine Versicherungsgesellschaft für dich die Schadenersatzpflicht übernimmt, würde diese auch die Prüfung dieser übernehmen. Stellt deine Versicherungsgesellschaft fest, dass du nicht in der Haftung bist, da du den Schaden nicht verursacht hast, also falsch verdächtigt wirst, so wehrt die Versicherungsgesellschaft den Schaden für dich ab, wenn es sein muss auch gerichtlich in deinem Namen.

 

Postleitzahl angeben und unverbindliche Angebote zur Haftpflichtversicherung einholen.